Gemmotherapie

 

Die Gemmotherapie gehört im übergeordneten Sinne zur Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Sie erhält hier auf meiner Website einen eigenen Platz, da sie einer meiner Schwerpunkte in der Arbeit mit Patienten ausmacht. Das Wort Gemma ist lateinisch und bedeutet Knospe.

In der Gemmotherapie werden also vor allem Knospen, Triebspitzen und junge Schösslinge genutzt. Daraus wird unter Zugabe von Alkohol und Glyzerin ein Auszug, ein sogenanntes Glycerinmazerat, hergestellt. Knospen und junge Triebe sind das vermehrungsfähigste Gewebe einer Pflanze. Es ist sehr stark teilungsfähig und hat deshalb eine hohe Kraft an Vitalität. Bestimmte Wirkstoffe und pflanzliche Wachstumsfaktoren (Phytohormone) sind teilweise nur in dieser Wachstumsphase der Pflanze vorhanden.

Die Knospen und Pflanzenteile stammen aus Wildsammlung oder biologischem Anbau

In der Regel kommen die Knospen und Pflanzenteile aus einer Wildsammlung oder biologischem Anbau. Sie werden im Frühjahr in der Natur oder in extra angelegten Wildkräutergärten frisch von Hand gepflückt. Der Entdecker und Begründer der Gemmotherapie Dr. Pol Henry, wollte diese Vitalität auch dem Menschen zugänglich machen. In der Schweiz und in Frankreich wird diese Therapiemethode schon seit längerer Zeit angewandt. Es gibt eine Vielzahl an Pflanzen, die für Gemmomazerate genutzt werden, zum Beispiel die Himbeere, Preiselbeere, die schwarze Johannisbeere,die Birke, die Silberlinde, Rosmarin, die Feige und noch viele mehr.

In Deutschland sind viele der Mittel noch nicht als Arzneimittel zugelassen, sondern werden in der Apotheke als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel verkauft.

Gemmothmazerate können ausleitend, reinigend und regulierend auf den Körper wirken

Gemmomazerate können aus meiner Sicht ausleitend, reinigend und regulierend auf den Körper wirken. Diese Aussage gilt nur für zugelassene Gemmopräparate. Ihre Wirkweise sollen sich nach Hypothesen der Begründer an den Stellen im Körper ansetzen, die für die Bildung bestimmter Abwehrzellen des Immunsystems zuständig sind. Deshalb sollen sie den Prozess der Ausleitung und Ausscheidung, zum Beispiel während und nach einer Infektion oder einer Antibiotikabehandlung, unterstützen und für eine Regeneration des Gewebes sorgen. Der Zellzwischenraum werde gereinigt und es kann chronischen “Verstopfungen” des Grundgewebes entgegengewirkt werden. Das ist aber noch wissenschaftlich zu verifizieren.

Eine andere Möglichkeit ist es den Körper mit Hilfe der Gemmomazerate in seiner Regulation bei sogenannten Funktionsstörungen zu unterstützen und zu harmonisieren. Die Auswahl des Mittels erfolgt hier entweder nach akuter oder chronischen Phase, nach Indikation oder Organbezug. Die gemmotherapeutischen Mittel können somit sehr gut begleitend bei einer Vielzahl von akuten und chronischen Erkrankungen eingesetzt werden.

Gemmotherapeutika als Arzneimittel werden in der Schweiz und Frankreich hergestellt, können aber natürlich auch bei uns erworben werden. Über die Wirkungen und Wirkmechanismen wissen wir noch nicht allzu viel, weil auch die Forschung hier teilweise noch in den Anfängen ist.